Protokoll Innlandsseminar

Protokoll
SchriftführerIn: Margit Erne Datum: 7-12 Mai 2006
Studienreise der
15. Gewerkschaftsschule Feldkirch
vom 7. bis 12. Mai 2006
nach Wien
Sonntag, 7. Mai 2006
Tagesverantwortlicher: Rene
Bei strahlendem Wetter fuhren wir mit dem Zug nach Wien. Nachdem es sich jeder bequem gemacht hatte, formierte sich eine Jassrunde, ein Schwesternteam das schlief, andere wiederum diskutierten und es wurden auch schon bereits Socken für den Winter gestrickt. Zug fahren ist auf jeden Fall spannend, wunderten sich doch alle als Thomas, der eigentlich doch nur auf´s WC wollte, nicht mehr kam. Die Türe ging nicht mehr auf und schon glaubte er den Rest der Reise auf dem WC zu verbringen, nahte doch noch Hilfe von zwei Schaffnern, die ihn befreiten.
Mit einer kleinen Verspätung kamen wir ihn Wien um 19.00 Uhr an, wo uns unser Betreuer für Wien – Tom, bereits erwartete. Wir staunten alle nicht schlecht, hatte er für uns ein Plakat gemacht für das er noch Kritik einstecken musste. Doch was tut man nicht alles für seine Kollegen! Nach einer kurzen Fahrt mit dem Bus kamen wir im Hotel Strudelhof an. Bevor es dann zum Abendessen ging, gab es noch eine kleine Vorstellrunde für Tom.
Montag, 8. Mai 2006
Tagesverantwortliche: Nadja und Andreas sowie Margit und Geri
Heute fuhren wir mit der Straßenbahn zur Firma Manner. Nach der Begrüßung der Betreibsratsmannschaft mussten wir auf Grund der IFS-Hygiene-Regeln weiße Mäntel und Haarnetze tragen.
Die Firma Manner ist ein Familienunternehmen, besteht aus 3 Werken mit ca. 900 Mitarbeitern und hat einem Jahresumsatz von ca. 100 Millionen Euro.
In zwei Gruppen wurden wir durch den Betrieb geführt und kamen in den Genus ganz frisch gebackene Kekse zu kosten. Die Produktion erfolgt rund um die Uhr, da ein Stillstand der Anlagen zu erheblichen Störungen führen würde. Die Schokoladenerzeugung erfolgt im eigenen Hause, sodass eine gleich bleibende Qualität gewährleistet werden kann.
Nach dem anschließenden Mittagessen standen uns die BR für Fragen zur Verfügung. Nach so viel süssem beschenkten wir sie mit Käsknöpflepfannen.
Anschließend machten wir uns auf den Weg ins Briefzentrum Wien. Herr Reiner, Leiter der Abteilung Schulung zeigte uns in Form einer Power-Point-Präsentation die Prozesskette, Baudaten & Kosten, Logistikdaten, Qualitätsentwicklung und die Technik Daten.
Im Briefzentrum Wien werden ca. 51 % des Gesamtösterreichischen Briefpostaufkommens bearbeitet. Dies wird von ca. 1200 Mitarbeiter bewerkstelligt. Der Großteil davon ist in Teilzeit beschäftigt.
Nach einem Rundgang durch die 30.000 m2 große Halle konnten wir uns von der Fördertechnik und der ausgeklügelten Logistik überzeugen.
Auch wir nützten einen Teil der Technik und wogen uns. Gemeinsam (18 P) brachten wir es auf 1 5 1 8 k g.
Die Führung war sehr interessant und beeindruckte sehr. Doch der Mensch, eigentlich der Mittelpunkt eines Unternehmens, fehlte.
Dienstag, 9. Mai 2006
Tagesverantwortliche: Birgit und Konrad
Bei strahlendem Wetter fuhren wir zum Wiener Hafen, wo wir bereits von der Mannschaft der MS Eisvogel erwartet wurden. An Deck angekommen wurden wir von der Betriebsratskörperschaft und der Mannschaft begrüßt. Der Wiener Hafen hat ca. 120 Mitarbeiter, die alle zu 100% gewerkschaftlich organisiert sind.
Danach fuhren wir im Hafenbecken entlang zum Hafen Freudenau, Lobenau und Albern.
Während der Fahrt erhielten wir nicht nur laufend Informationen über das Geschehen und die Entwicklung in den nächsten Jahren im Hafenbereich, sonder auch noch leckere belegte Brötchen und jede Menge flüssiges. Wäre doch schlimm bei so viel Wasser zu verdursten! O:)
Die Donau ist 3.500 km lang. Der Wiener Hafen ist der größte Bienenhafen Europas mit einem Warenumschlag von 10 Millionen Tonnen. Hat Lagerhallen von 70.000 m², einen 90.000 t Getreidespeicher, 5.000 m Kai, div. Kräne und ein riesiges Autoterminal. Im Jahre 2005 wurden 1670 Schiffe abgefertigt. Weiters gibt es noch ein Logistikzentrum und ein Containerterminal. Obwohl das Schiff das billigste Verkehrsmittel für Güter ist (Container), wird der LKW doch noch bevorzugt. Handicap für die Donau ist das Hochwasser und das Eis im Winter, wobei das Hochwasser durch den Ausgleichkanal weitgehend in den Griff gebracht wurde. Ein weiterer Ausbau des Containerterminals ist geplant.
Nach der Rundfahrt gab es noch einen gemütlichen Hock mit „Donauwasser“. Schade, dass wir uns von so schönen und angenehmen Dingen trennen mussten. (link)
Nach diesem wunderschönen Vormittag versuchte Thomas Lösch uns die Errungenschaften der SPÖ der Nachkriegszeit zu vermitteln. Am Karl-Marx-Platz besichtigten wir eine Wohnanlage die in dieser Zeit entstanden ist. Eines der Ziele der demokratischen Führung war es eine Wohnung für alle Arbeiterfamilien zu erschwinglichen Preisen zu bauen. Damals war es sehr schwer und mit nur mit hohen finanziellen Mitteln möglich sich eine Wohnung zu leisten. Diese Wohnbauten bedeuteten ein Dach über dem Kopf für viele tausende Familien.
Leider hatte das Donauwasser seine Spuren hinterlassen und so fuhren wir nach den Ausführungen von Thomas mit der Straßenbahn wieder zum Strudelhof bzw. zum shoppen. (link)
Für alle interessierten hier noch einen Link zur Vertiefung. (Link)
Spruch des Tages von Bädy: Lieber im „Wiener Hafen“ als im „Wiener Hefen“!
Mittwoch, 10. Mai 2006
Tagesverantwortliche: Astrid und Thomas, sowie Roswitha und Marcel
Jedoch vorab ein Rätsel von Konrad:
Am Vormittag fuhren wir mit dem EISVOGEL. Abends saßen die NACHTVÖGEL im FEUERVOGEL (russisches Restaurant). Die WANDERVÖGEL waren unterwegs.
RÄTSEL: Was taten unsere ZUGVÖGEL?
Heute ging es zur Firma Ottakringer Bier. Wir wurden von Frau Jutta Heissing begrüßt und kurz in die Kunst des Bierbrauens eingeführt.
Die Firma wurde 1837 von Rudolf Blank gegründet. Es gibt neben dem Hauptwerk in Wien noch zwei Niederlassungen in Ungarn und Tschechien. Der Exportanteil beträgt ca. 10 %, der Jahresausstoß beträgt ca. 600.000 Hektoliter.
Nach einem Film über die Biererzeugung der Firma Ottokringer sind wir ins Sudhaus gegangen, dem Herz der Brauerei. Danach ging es weiter in den Gärkeller, dem alten Lagerkeller und danach in die hochmoderne Abfüllanlage. Anschließend wurden wir auf eine Bierverkostung mit Wienere eingeladen.
Zu unserem bedauern fand der Betriebsrat Herr Josef Hummel keine Zeit für uns, was wir sehr schade fanden. Der Grund seiner Abwesenheit ist uns nicht bekannt. Er hat sich jedoch bei Tom telefonisch entschuldigt und sich für das Gastgeschenk bedankt.
Am Nachmittag fuhren wir nach Schwechat zum Flughafen Wien. Da wurden wir vom Arbeiterbetriebsrat Herr Gypser Josef begrüßt. Nach einem Check durften wir dann mit dem Bus durch das Betriebsgelände fahren. Während der Fahrt erhielten wir viele Daten und Informationen über den Flughafen Wien. So z.B., der Flughafen Wien hat ca. 3000 Mitarbeiter, davon sind ca. 1100 Angestellte und ca. 1900 Arbeiter. Bei den Arbeitern gibt es eine 100%ige Organisationsdichte.
In den nächsten Jahren sind ca. 1 Milliarde an Investitionen geplant. Das Betriebsgelände umfasst 12 km², es können 58 Flugzeuge per Stunde starten, was ca. 700 - 750 Bewegungen pro Tag (An- und Abflug) ergeben.
Es werden ca. 17 Millionen Passagiere pro Jahr befördert. Besonders Stolz war Herr Gypser auf die 10%ige Aktienbeteiligung der Mitarbeiter, die eine Errungenschaft des Betriebsrates ist. (Dies war möglich auf Grund einer Umstrukturierung des Unternehmens.) Das Geld liegt in einer Stiftung.
Besonders eine Boing mit der Zeichnung der Wiener Philharmoniker die gerade aufs Rollfeld gezogen wurde, beeindrucke uns sehr.
Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir das 1 cm Schnee auf der Rollbahn für das Unternehmen ca. € 70.000,00 kostet. In Anbetracht des letzten Winters konnten wir nicht einmal erahnen wie viel Geld alleine für die Schneeräumung aufgebracht werden musste.
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Nach dieser Rundfahrt stand uns Herr Gypser noch für Fragen zur Verfügung. (link) www.flughafenbetriebsrat.at, www.viennaairport.com
Donnerstag, den 11. Mai 2006
Tagesverantwortliche: Christa und Walter
In Begleitung von Frau .......... besuchten wir ein ganz historisches Gebäude – das Parlament. Hier wurden wir vom Klubsekretär Mag. Götz Christian und Herrn Einwallner begrüßt. Nach erfolgter Kontrolle ging es dann in den Klubraum wo er uns die Struktur des Parlaments und deren Aufteilung auf die verschiedenen Parteien erläuterte.
Etwas früher als geplant kam die Leitende Sekretärin des ÖGB Frau Roswitha Pachner zu uns und informierte uns aus erster Hand wie es nach dem Skandal der BAWAG um den ÖGB steht. Sie betonte die Wichtigkeit einer Reformierung des ÖGB, schon wegen der finanziellen Situation und deren raschen Umsetzung. Bis zum Kongress 2007 soll bereits ein Plan vorhanden bzw. bereits Teile davon umgesetzt werden. Frau Pachner wies darauf hin, dass zwingend gespart werden müsse, jedoch nicht bei den Bezirkssekretären. Diese arbeiten an der Basis und sind unentbehrlich. Die neuen Zielgruppen sind die Mittel- und Kleinbetriebe. Hier gilt es Mitglieder zu werben,
Der ÖGB darf in Zukunft nicht weiter geschwächt werden, den nur diese Organisation darf Kollektivverhandlung führen. Anschließend stand uns Frau Pachner für weitere Fragen noch zur Verfügung.
Danach führte uns Herr Mag. Götz durch die Räumlichkeiten des Parlaments. Wir sahen die Säulenhalle, den Sitzungssaal des ehemaligen Abgeordnetenhauses und den Sitzungssaal des Bundesrates, wo wir kurz an einer BR-Sitzung teilnahmen.
Dann endlich kam der freie Nachmittag. Bummeln, besichtigen, nichts tun und shoppen ohne Ende. Herrlich!
Am Abend ging es dann zu einem gemeinsamen Abendessen ins „Zentimeter“. Während manche noch ausgingen, ließen andere den Abend gemütlich im Hotel ausklingen.
Freitag, den 12. Mai 2006
Tagesverantwortlicher: Jo
Nach dem Frühstück versammelten wir uns zu einer Feedbackrunde. Für Tom war es sehr wichtig zu erfahren, wie wir diese Tage erlebt hatten, waren wir doch für ihn die Erste Gruppe die er Wien betreute.
Organisation und Betreuung, sowie das Hotel waren einfach „super“. Tom erhielt eine römische EINS. Die einzelnen Kritikpunkte wurden vermerkt und betreffen entweder einzelne Personen oder Firmen. Anschließend fuhren wir gemeinsam zum Bahnhof. Da blieb uns gerade noch Zeit um sich mit Reiseproviant einzudecken.
Wir alle verabschieden uns von Wien und ganz besonders herzlich von Tom. Wir würden uns freuen ihn mal in unserem „Ländle“ zu begrüßen. Danke Tom!!
Abschließend möchte ich mich ihm Namen der ganzen Gruppe bei unserem Betreuer „Didi“ recht herzlich bedanken, der im Vorfeld der Reise viel an Arbeit geleistet hat und uns auch in Wien bei Problemen oder Fragen immer zur Verfügung stand. Herzlichen Dank Didi!
Autor: Margit Erne Datum: 7-12. Mai 2006
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