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Inhalt | Über uns | SWÖ-Kollektivvertrag (BAGS) | Gut verhandelt!


Dutzende Versionen des KV landeten im Papierkorb, ehe der endgültige Vertrag ausverhandelt wurde...


Gut verhandelt!

Zum 1. Mal gibt es einen Kollektivvertrag für rund 30.000 Beschäftigte im Sozial- und Jugendwohlfahrtsbereich


Mit der Zustimmung der BAGS-Arbeitgeber (Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe) und der Gewerkschaften (Gewerkschaft der Privatangestellten, Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, persönliche Dienste und Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr) tritt nach fünfeinhalbjährigem, zähem Ringen ein bundesweiter Kollektivvertrag für den privaten Gesundheitsbereich (Alten- und Pflegeheime, Mobile Dienste, Ambulante Betreuung) sowie der Bereiche Behindertenarbeit und Kinder- und Jugendwohlfahrt in Kraft.

Gerade der letztgenannte Bereich belastete das Verhandlungsklima enorm, ging es doch darum, nicht nur ein Gehaltsschema für alle Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen einzuführen, sondern auch den Verantwortlichen in den jeweiligen Bundesländern klar zu machen, dass Kleinkindpädagogik nicht nur Betreuung, sondern die erste hochwertige pädagogische Arbeit mit einem Kind bedeutet.

Der KV tritt am 1. 7. 2004 in Kraft und beinhaltet folgende Punkte:

  • Ein bundesweites Gehaltsschema, gegliedert in neun Verwendungsgruppen, statt mehr als 200 betrieblich unterschiedlichen Gehaltstafeln.
  • Arbeitszeitverkürzung auf 38 Wochenstunden (wird in Etappen eingeführt) für ganz Österreich - keine zuschlagsfreie Mehrarbeit zwischen der 38. und der 40.Wochenstunde.
  • Einführung einer 5-Tage-Woche - besonders wichtig bei diesen psychisch und physisch sehr belastenden Tätigkeiten.
  • Für einige Berufsgruppen gilt erstmalig ein österreichweiter Kollektivvertrag, wie z. B. KindergartenpädagogInnen, Tagesmütter, -väter, Pflegeeltern und FlüchtlingsbetreuerInnen u. v. a. Für diese gibt es nun eine österreichweite sozialrechtliche Absicherung.
  • Soziale Audits, wie Sabbaticalregelung, bessere Urlaubsbestimmungen und für alle österreichweit freier 24. und 31. 12.
  • Die vom Arbeitgeber geforderte umfassende Arbeitszeit-Flexibilisierung konnte auf ein überschaubares, für beide Seiten leicht handhabbares Maß festgelegt werden.
  • Für alle Arbeitnehmerinnen und -nehmer, die nicht in den neuen Kollektivvertrag einsteigen (z. B. wenn ihre derzeitige Entgeltregelung günstiger ist) gilt das zum Stichtag höhere Gehalt als Mindestgrundgehalt, das sie vor etwaigen beabsichtigten Änderungskündigungen schützen soll.
  • Die Übergangsbestimmungen erstrecken sich über einen längeren Zeitraum, eine bewusst mit Augenmaß gewählte Anpassungsphase.

Sozialbereich wird weiter umgebaut

Der Abschluss ist nicht das Ende - es wird höchstens die erste Phase abgeschlossen, auf einem langen Weg des Umbaues des Sozialbereiches. Vielmehr ist die Unterzeichnung ein Start, den Verantwortlichen aufzuzeigen, wo der neue Weg hingeht; der Beginn eines österreichweiten Harmonisierungsprozesses für Berufsbilder und Ausbildungssysteme. Ein Signal, dass sich die Finanzierung raschest ändern muss - der private Sozialbereich ist nicht mehr Bittsteller bei den jeweiligen Landesräten, sondern erledigt Aufgaben, die Sache von Land und Gemeinde wären - so muss auch die Finanzierung neu, klar, durchsichtig und gerecht verteilt sein. Für diese Arbeiten und Maßnahmen ist die Unterzeichnung des Kollektivvertrages der Startschuss. Es ist ein Beginn, damit unter BAGS nicht mehr "Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe" zu verstehen ist, sondern "Bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Sozialbereich" umgesetzt werden.

Reinhard Bödenauer, GPA
(einer der Hauptverhandler dieses Kollektivvetrags)

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