Seitenkopf
LinksHilfe
Sitemap Kontakt
Suche Home
Über uns
Arbeitsrecht konkret
Pädagogisches
Zeitung
Tipps
Das war...
 
Inhalt | Arbeitsrecht konkret | Arbeitsbedingungen / Arbeitskonflikte | Alle reden von Ganztagsschule, aber keiner kennt sich aus!
Downloads Downloads
Brief von Oxonitsch an Scheuba
Brief von Oxonitsch an ScheubaPDF-Datei, 120 KB

Text von Häupl
Text von HäuplPDF-Datei, 9 KB









Alle reden von Ganztagsschule, aber keiner kennt sich aus!

Skandalöser Auftritt aller Parteien: Ganztagsschule und Nachmittagsbetreuung war auch Thema bei der Puls4-Wahlsendung „Der Kampf um Wien“ mit den SpitzenkandidatInnen und Kommentator Florian Scheuba. Doch ganz offensichtlich hat sich keiner der dort Anwesenden ernsthaft mit der Thematik befasst. Unwahrheiten paarten sich bei den Aussagen mit Absurditäten.


***Mittlerweile haben auch Bgm. Häupl und Stadtrat Oxonitsch reagiert - siehe Downloads!***


Florian Scheuba begann damit, die Falschinformation zu verbreiten, NachmittagsbetreuerInnen beim Verein Wiener Kinder- und Jugendbetreuung hätten nur einen sechswöchigen Kurs absolviert, und keiner der PolitikerInnen widersprach - aus Unwissenheitheit oder wider besseres Wissens?!

Richtig ist: Der überwiegende Teil der BetreuerInnen besitzt jahrelange Praxis in der Kinder- und Jugendarbeit und eine pädagogisch hochwertige Ausbildung, oft auf universitärem Niveau. So arbeiten in der Nachmittagsbetreuung Sonder- und HeilpädagogInnen, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen, JugendarbeiterInnen und ausgebildete Fachkräfte für die Nachmittagsbetreuung. Viele BetreuerInnen haben berufsbegleitend zusätzliche Ausbildungen wie z.B. Legasthenietrainer, Montessoripädagogik oder sensorische Integration absolviert, und alle BetreuerInnen erwerben durch die verpflichtende vereinsinterne Fortbildung über die Jahre hunderte Stunden an Qualifikation.
Die vom Verein für QuereinsteigerInnen angebotene Ausbildung ist ein sechsmonatiger Vollzeitlehrgang.

Bürgermeister Häupl strotzte mit ähnlicher Unwissenheit wie Scheuba, als er sich darin verstiegt, „auf Kinder am Nachmittag aufzupassen, ist eine völlige andere Geschichte, als ob man in einer Ganztagsschule mit den Kindern in den Pausen sei es Sport, sei es Ersatz für die Nachhilfe, Aufgaben machen und viele andere Dinge macht“.
Es ist absurd, dass der Bürgermeister nicht weiß, wie die Freizeitbetreuung von rund 13.000 Wiener Kindern abläuft. Genau die, von Häupl nur für das GTVS-Modell beschriebene, Tätigkeit wird Tag für Tag von den FreizeitbetreuerInnen geleistet – egal in welcher Schulform! Diese pädagogische Arbeit als „nur Betreuung“ abzutun, zeugt von einer himmelschreienden Unkenntnis.
Wir laden den Bürgermeister herzlich in eine der fast hundert Schulen, in denen FreizeitbetreuerInnen Sport, Kreativität, Aufgabenbetreuung etc. anbieten, ein! Dann kann auch er einmal sehen, dass die über 600 FreizeitbetreuerInnen sehr wohl hochwertige pädagogische Aufgaben haben und diese trotz widrigster Umstände auch umzusetzen versuchen.

Wenn Christine Marek sich auch über die Zustände der Nachmittagsbetreuung mokiert, sollte sie doch in ein Gespräch mit ihrer Parteifreundin Monika Riha treten, die Vorstandsmitglied des Vereins Wiener Kinder- und Jugendbetreuung ist. Maria Vassilakou fiel auch nichts besseres ein, als die NachmittagsbetreuerInnen generell als schlecht ausgebildet darzustellen, und Hr. Strache disqualifiziert sich sowieso allein schon durch die in Märchen verpackte Hetzschrift seiner Partei, wo Kinder zu Gewalt gegen Muslime aufgefordert werden.

Es ist wohl leichter, Unwahrheiten zu verbreiten, als sich ernsthafte Gedanken darüber zu machen, wie die Situation in der Nachmittagsbereuung verbessert werden kann. Nicht das mediale Prügeln des pädagogischen Personals ist die Lösung, sondern mehr Ressourcen zur Verfügung zu stellen.
Ziel muss es sein, für alle Kinder bestmögliche Betreuung zu gewährleisten – dazu gehört neben der Ausbildung jedoch auch in gleichem Maße, sinnvolle Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Qualität der Betreuung zu heben – durch mehr Personal, kleinere Gruppen, Förderung für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, Lern- oder Sprachschwierigkeiten und adäquate Betreuungs- und Bewegungsräume in den Schulen!

Selma Schacht
Diplomsozialarbeiterin
Betriebsratsvorsitzende Verein Wiener Kinder- und Jugendbetreuung
Tel.: 0664/1414086

Zur Information der Link zur Sendung (oben beschriebene Diskussion ca. ab Minute 32):
http://www.puls4.com/talkoftown/videoDetail/video_id/1161415

zurück    zum Seitenanfang.   


IG work@social


GPAdjp - Unsere Gewerkschaft
zur OEGB-Webseite

ÖGB
Wiener Kinder- und Jugendbetreuung

Wiener Kinder- und Jugendbetreuung
Arbeiterkammer Wien

Arbeiterkammer Wien