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Inhalt | Arbeitsrecht konkret | Arbeitsbedingungen / Arbeitskonflikte | Unsere Arbeit ist mehr wert







Unsere Arbeit ist mehr wert

Bericht + Fotos von einer Aktion


Mit der Aktion „Unsere Arbeit ist mehr wert“ hat die GPA-djp gemeinsam mit den betroffenen Betriebsrätinnen und Betriebsräten am 26.11.2008 beim Wiener Rathaus auf die Arbeitssituation der Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich hingewiesen.

Im Zuge der Verhandlungen zum BAGS-Kollektivvertrag wurden dabei Stadt und Land Wien als maßgebliche Fördergeberinnen zahlreicher Einrichtungen in diesem Bereich darauf aufmerksam gemacht, dass die hohe Qualität der Arbeit im Sozial- und Gesundheitsbereich nur durch verbesserte Arbeitsbedingungen und die Bereitstellung der dafür notwendigen Budgetmittel geleistet und gewährleistet werden kann.
Die Fördergeberinnen wurden dazu aufgefordert, den Betrieben im Sozialbereich jene Mittel zur Verfügung zu stellen, welche erforderlich sind, um einen Reallohnzuwachs zu erzielen und qualitativ hochwertige Arbeit leisten zu können.

Der Kollektivvertrag

Der BAGS-Kollektivvertrag ist einer der größten Kollektivverträge der Gewerkschaften GPA-djp und vida. Er gilt für die Bereiche Behindertenbetreuung, Altenpflege, Kinder- und Jugendwohlfahrt sowie für Betriebe mit arbeitsmarktpolitischem Hintergrund und trifft Regelungen für die Berufsgruppen HeimhelferInnen, Pflegeeltern, KindergärtnerInnen, Tagesmütter/-väter, SozialarbeiterInnen, diplomierte KrankenpflegerInnen, FachsozialbetreuerInnen, FlüchtlingsbetreuerInnen, Street WorkerInnen, AltenhelferInnen, PflegehelferInnen, sowie Lern- und FreizeitbetreuerInnen.

75.000 Tausend Beschäftigte – überdurchschnittliche Belastungen

Die rund 75.000 Beschäftigten der Branche gehören zu jenen Berufsgruppen, welche deutlich unter dem österreichischen Durchschnittseinkommen verdienen und leisten verantwortungsvolle Tätigkeiten, die oft emotionale Schwerarbeit  darstellen und entsprechende fachliche wie persönliche Qualifikationen und Kompetenzen voraussetzen. Sie passieren zumeist abseits der öffentlichen Wahrnehmung, zu jeder Tageszeit, an Wochenenden und Feiertagen. Nur ihr Ausfall würde auffallen, nämlich auch jenen, in deren dynamischer Berufs- und Freizeitwelt die Themen Alter, Krankheit oder Bedürftigkeit (noch) keine große Bedeutung haben. Die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft wären enorm, wenn es keine Betreuungsangebote für Kranke, Behinderte, Jugendliche, alte Menschen und zahlreiche andere Personengruppen geben würde.
Dieser wesentliche gesellschafts- und wirtschaftspolitische Beitrag der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich wird trotzdem nicht ausreichend anerkannt - am wenigsten im Einkommensbereich.

Leistungsverdichtung versus Lebensqualität

Der wachsende Bedarf nach Leistungen hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass der Sozial- und Gesundheitsbereich deutlich ausgebaut und damit zu einem wichtigen Beschäftigungsfaktor wurde. Wenig berücksichtigt blieben dabei die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.
In diesem Zusammenhang darf  auch nicht vergessen werden, dass es im Sozial- und Gesundheitsbereich sehr viele Teilzeitbeschäftigte gibt. Gerade in diesen Berufsgruppen  steigt die Anzahl der so genannten „working poor“ enorm an.
Des weiteren handelt es sich bei den Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich um eine Berufsgruppe mit überdurchschnittlichen gesundheitlichen, psychischen und emotionalen Belastungen. Fehlende Personalressourcen, erhöhter Zeitdruck, mangelhafte Entlastungsangebote der ArbeitgeberInnen, führen bei vielen Beschäftigten zu Stresssymptomen. Laut einer aktuellen Studie der IG work@social der GPA-djp  sind 20%, d.h. jede/r fünfte Beschäftigte in dieser Branche Burn-Out gefährdet.
Dies ist v.a. die Folge knapperer Budgets, welche dazu führen, dass die Anzahl der Beschäftigten oftmals nicht mit der wachsenden Zahl der zu Betreuenden sowie den Anforderungen an die Tätigkeit Schritt hält. Diese Leistungsverdichtung führt zu einer Dauerüberlastung.

Adäquate Arbeitsbedingungen – angemessene Lohn- und Gehaltserhöhungen

Der private Gesundheits- und Sozialbereich wird vorwiegend aus Geldern der öffentlichen Hand finanziert, welche sich überdurchschnittlicher Steuereinnahmen erfreut. Damit dürfen aus Sicht der ArbeitnehmerInnen, Gewerkschaften und pflegebedürftigen Menschen nicht ausschließlich die Managementfehler der Finanzwelt korrigiert werden. Trotz der Finanzmarktkrise ist Österreich noch immer  das viertreichste Land der EU. Das Land ist daher sehr wohl im Stande, den Berufsgruppen im Sozial- und Gesundheitsbereich, die unter schwierigen Verhältnissen verantwortungsvolle Tätigkeiten ausüben, mehr als ein Einkommen nur zum Auskommen zu ermöglichen und durch z.B. Personalaufstockung gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen abzuschaffen. Die Leistungen können jedoch jeweils nur so gut sein, wie die Rahmenbedingungen, unter denen sie erbracht werden müssen.
Die Forderung nach deutlichen, weit über der Inflationsrate liegenden  Gehaltserhöhungen ist daher für die Beschäftigten dieser Branche eine gesellschaftliche Notwendigkeit, werden es sich doch sonst in Zukunft immer mehr Menschen im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr leisten können, in diesem so wichtigen Bereich zu arbeiten.

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IG work@social


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