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Betreung von Kindern mit AD(H)S

(Aufmerksamkeits-defizitstörung)

Kompakte Informationen, zusammengestellt von der Pädagogin Dr. Renate Grimmlinger (zwar für LehrerInnen, aber auch für BetreuerInnen sehr hilfreich)


AUFMERKSAMKEITSDEFIZITSTÖRUNG – UND WAS KÖNNEN LEHRER/INNEN TUN?
 
LehrerInnen sind unaufmerksame, unkonzentrierte oder unruhige Kinder wohlbekannt. Viele Kinder weisen phasenweise oder manchmal diese Eigenschaften auf, Kinder mit AD(H)S leider jahrelang und oft.
Es gibt viele Ursachen – nicht alle Kinder sind behandlungsbedürftig, Kinder mit AD(H)S schon – denn sie haben eine neurobiologische Störung.

Etwa 3 – 5 % der Kinder haben Aufmerksamkeitsdefizite, 3 - 6x mehr Buben als Mädchen. Es gibt zwei verschiedene Formen – mit und ohne Hyperaktivität. Die einen sind motorisch unruhig, können nicht ruhig sitzen, schaukeln mit dem Stuhl, klopfen mit den Fingern, schnalzen, platzen mit der Antwort heraus und stören den Unterricht. Die anderen sind unauffällig, verträumt und besonders unaufmerksam. Beiden gemeinsam ist, dass sie durch eine Wahrnehmungsstörung beeinträchtigt sind, dass sie oft nicht (zu)hören und sich nicht aufmerksam einer Sache widmen können – außer bei Themen, die sie besonders interessieren – da kann es sogar zur Hyperfokussierung kommen (d. h. sie gehen mit ungeahnter Aufmerksamkeit bis ins kleinste Detail und sind nur schwer wieder wegzubringen). Die Kinder haben Schwierigkeiten, sich neuen Situationen anzupassen. Sie vergessen und verlieren sie ihre Sachen wesentlich häufiger als andere Kinder ihres Alters. Hyperaktive Kinder reagieren sehr spontan, oft auch impulsiv. Sie  fallen durch ihr Verhalten "aus dem Rahmen" und sind nicht ganz einfach lenkbar – wohl aber mit humorvollem Verständnis und liebevoller Konsequenz.
Die Schrift ist meist ungelenk und krakelig, die Hefte wirken schlampig. Diese Schüler machen viele Flüchtigkeitsfehler, manche haben zusätzlich Legasthenie oder andere Teilleistungsstörungen. Manche haben auch Koordinationsstörungen (Auge-Hand- oder Auge-Hand-Fuß-Koordination), was sich beim Radfahren, Schwimmen, Schreiben oder Masche binden zeigt. D.h. sie erlernen diese Fähigkeiten nur durch Unterstützung und durch sehr, sehr viel Übung.

Andererseits sind diese Kinder meist ungemein phantasievoll, kreativ, humorvoll und witzig. Sie zeichnen gut und gerne und erfassen intuitiv Situationen. Im Zweierkontakt sind sie unproblematisch und in einer Kleingruppe fühlen sie sich wohl. Viele haben Sonderbegabungen. Manche "Störer" kann man mit Spezialaufgaben gut eingliedern.
ADS Kinder verstehen sich wesentlich besser mit jüngeren oder mit älteren Kindern, mit Mitschülern kann es u.U. handfeste Auseinandersetzungen geben oder sie sind Ziel des Spotts, nicht zuletzt wegen ihrer geringen Frustrationstoleranz, Einsicht wird später entwickelt. Es fehlt der "innere Monolog", die "innere Sprache", was eine Voraussetzung für Probehandeln oder Einfühlung in andere Menschen ist. Ermahnungen sind nutzlos und gute Vorsätze werden meist rasch vergessen. Ihr Essverhalten kann eingeschränkt und "exotisch" sein, die Temperaturempfindung merkwürdig (im Sommer mit dicker Wollweste und im Winter mit kurzärmeligem T-Shirt).
Die schulische Leistung ist jedenfalls weit unter ihrem intellektuellen Potential. Diktate, Schularbeiten, Tests werden "verhaut", obwohl der Prüfungsstoff zu Hause sicher gelernt wurde, in der Schule ist es wie "weggeblasen".

Manche dieser Kinder werden im Rahmen eines multiprofessionellen Teams (Kinder-/Jugendfachärzte oder Kinder-/ Jugendpsychiater gemeinsam mit Psychologen und ggf. Pädagogen) diagnostiziert, die meisten leider nicht. Es gibt ausgereifte multimodale Behandlungskonzepte, wobei die Förderung und Behandlung der Kinder in Zusammenarbeit von Eltern, LehrerIn, Arzt/Ärztin und Ergo-bzw. PsychotherapeutIn besteht. Alle diese Kinder benötigen zur positiven Entwicklung bestimmte Strukturen und verständnisvolle Förderung, manche Kinder benötigen auch Medikamente.
Egal ob "diagnostiziert" oder nicht – diese Kinder brauchen unsere Hilfe, auch in der  Schule!
Was können LehrerInnen tun?

Was können LehrerInnen tun?  -  Anregungen v.a. für die Volksschule 

Wenn Sie wissen, dass diese Kinder sich nicht "absichtlich" so verhalten, oder "aus Bosheit" stören oder nicht bei der Sache sind, und dass auch das "Elternhaus nicht schuld" ist, ist der erste und wichtigste Schritt schon getan. Die meisten Eltern wenden viel Zeit, Geld und Geduld auf, um ihre Kinder zu fördern - die Kooperation zwischen Schule und Eltern ist gerade für ADS Kinder enorm wichtig. Das Wissen um die spezielle Wahrnehmung dieser Kinder ist die Basis für die Erziehung und die schulische Förderung. Der Blick auf die positiven Seiten der Kinder und Achtsamkeit darauf, dass kein Kind "ausgegrenzt" wird, wäre wunderbar!
  
1. Klassenregeln: Ganz wichtig sind klare Struktur und klare Grenzen -  das Wissen, was erlaubt und was nicht erwünscht ist ("STOPP-Tafel"). In offenen (unstrukturierten) Situationen und mit offenem Lernen sind ADS Kinder schwierig und "störanfällig". Lange Diskussionen oder offene Gesprächsrunden sind für diese Kinder schwer auszuhalten.
2. Ein Kind mit ADS sollte möglichst in der ersten Reihe sitzen und einen geraden Blick auf die Tafel haben. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass Kinder mit ADS wesentlich weniger Augenkontakte zwischen Tafel und Heft aufweisen und dass ihre Blicke ungenauer und fahriger sind. Sie machen daher wesentlich mehr Flüchtigkeitsfehler als andere. Allerdings kann es sein, dass ein ruhiger Eckplatz mehr Konzentration bietet – das sollte ausprobiert werden. Einen "Störer" in die letzte Bank zu setzen, das ist sicher das Verkehrte! Häufiges Umsetzen "aus sozialen Gründen" ist wegen der geringen Umstellfähigkeit der Kinder schlecht: es sollte möglichst seinen gewohnten Sitzplatz behalten dürfen!
3. Ist die Feinmotorik noch nicht optimal, lassen Sie dieses Kind ruhig größer (z.B. über zwei Heftzeilen) schreiben, Bleistift statt Füllfeder verwenden und ein Lesezeichen unter die Buchzeile legen. Sie verlieren leicht die Zeile aus den Augen - Lesen lernen dauert  länger.
4. Wird das Kind angesprochen, ist manchmal zusätzlich Körperkontakt notwendig, z.B. Hand auf die Schulter legen und dann erst die Frage stellen. Dem Kind genügend Zeit für die Antwort oder für eine Korrektur lassen, ohne dass andere Kinder lachen oder spotten. ADS Kinder sind oft "blockiert", wenn sie plötzlich etwas gefragt werden. Manche schreiben auch langsamer, können sich andererseits mündlich sehr gut ausdrücken, so könnten sie durch Referate Pluspunkte sammeln. 
5. Das ADS Kind hat Probleme, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Geben Sie dabei bitte Hilfestellung, indem z.B. die Kinder nur die für die Stunde notwendigen Bücher und Hefte auf dem Tisch liegen haben. Kinder mit ADS verlieren leicht den Überblick. Daher auch: möglichst keine Zettel!
6. Ein ADS Kind wird leicht abgelenkt: Es beachtet das Kratzen der Kreide, hört ein hupendes Auto, sieht gebannt den vorbeifliegenden Krähen nach -  und die Stimme der Lehrerin geht dabei völlig unter!!!! –  Es bekommt daher den Unterricht nur unvollständig mit. Wenn Ihrem Unterricht ein klares Konzept zugrunde liegt, kann das Fehlende zu Hause unterstützend nachgeholt werden. 
7. Am besten sind kurze Sätze und klare Anweisungen. Schreiben Sie bitte die Aufgabe an die Tafel, damit die Kinder das notieren.
8. Kinder mit ADS brauchen klare Strukturen, Regelmäßigkeit und Kontrolle. Offener Unterricht und Gruppenarbeiten sind sehr schwierig für sie. Und - bitte auch in den Pausen lenkend eingreifen, evtl. Pausenspiele initiieren.
9. Diese Kinder benötigen viel Geduld, Aufmerksamkeit und Lob.
10. Üben Sie sich daher in Gelassenheit und würzen Sie Ihren Alltag mit Humor!                                          Kinder und Eltern werden es Ihnen danken!

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