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Infoblatt Diabetes
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Umgang mit Diabetes-Kindern

Tipps & Infos für BetreuerInnen

In fast jeder Schule gibt es einen oder mehrere Schüler mit Diabetes


Was ist Diabetes?


Diabetes mellitus – die „Zuckerkrankheit“
– betrifft auch viele
Kinder und Jugendliche. Meist liegt
der Typ 1 vor, bei dem das Hormon Insulin
nicht mehr produziert wird. Der
sehr viel häufigere Typ-2-Diabetes trat
bisher vor allem bei übergewichtigen
älteren Menschen auf, nimmt nun
aber auch bei Kindern zu. Bei dieser
Diabetesform besteht eine unzureichende
Wirkung des Hormons. Insulin
ist unentbehrlich für die Regulierung
des Stoffwechsels, vor allem des Blutzuckerspiegels.
Beim Typ 1 muss es von
Anfang an zugeführt werden, beim
Typ 2 reichen zunächst Diät und Bewegung,
oft ergänzt durch Tabletten,
zur Blutzuckersenkung meist aus. Dauerhaft
überhöhte Werte können auf
lange Sicht zu Schäden an vielen Organen
führen. Diabetes ist nicht ansteckend,
nur in geringen Maßen erblich
und dauert ein Leben lang

 

Wie wird Diabetes behandelt?


1. Insulin

Das fehlende Insulin wird durch täglich
mindestens zwei Injektionen ersetzt.
Insulin muss gespritzt werden,
denn es ist ein Eiweißkörper, der verdaut
wird, wenn man ihn schluckt.
Mit unterschiedlich wirkenden Insulinen
wird versucht, die Blutzuckerhöhe
im Bereich eines gesunden
Menschen (70 bis 140 mg/dl beziehungsweise
3,9 bis 7,8 mmol/l) zu
halten. Die hierfür erforderliche Insulinmenge
kann von Tag zu Tag
schwanken. Gut geschulte und zu einer
flexiblen Stoffwechselführung
angeleitete Betroffene – Kinder natürlich
mit Unterstützung ihrer Eltern
– werden bei der Dosierung
die aktuelle Blutzuckerhöhe,
die folgende
Mahlzeit und die beabsichtigte
körperliche
Betätigung berücksichtigen.

 

2. Ernährung
Die Wirkungsweise des
gespritzten Insulins muss
mit Nahrungszufuhr und
körperlicher Aktivität in
Einklang gebracht werden.
Je nach Therapieart und verwendeten
Insulinen wird die Nahrungsmenge auf bis zu acht Portionen
über den Tag verteilt. Häufig
sind also Zwischenmahlzeiten erforderlich.
Dabei hängt der Zeitpunkt
des Essens von der Wirkung der verwendeten
Insulinpräparate ab und
fällt deshalb nicht immer in eine Unterrichtspause.
Aus diesem Grund
müssen diabetische Schüler oder
Schülerinnen unter Umständen auch
während des Unterrichts essen können.
Anders als früher sind normale Süßigkeiten
nicht grundsätzlich verboten,
sofern sie im Rahmen des Ernährungsplans
gegessen werden. Zusätzliche
kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel
würden dagegen den Blutzucker
unkontrolliert ansteigen lassen.

 

3. Körperliche Betätigung
Körperliche Aktivitäten – wie etwa
Sport, Radfahren, Wandern, aber auch
körperliche Arbeit – haben über den
erhöhten Energieverbrauch einen
Blutzucker senkenden Effekt. Damit es
nicht zu einer Unterzuckerung kommt,
wird deshalb vorher weniger Insulin
gespritzt oder aber mehr gegessen.
Diabetische Kinder und Jugendliche
können – und sollen – am Schulsport
teilnehmen; eine generelle Sportbefreiung
ist nicht gerechtfertigt.
Gefahren können nur dann entstehen,
wenn der erhöhte Energieverbrauch
nicht entsprechend aufgefangen
wird oder die körperliche Betätigung
größer ausfällt als geplant.
Bei längeren Aktivitäten – zum Beispiel
mehrstündigen Radtouren oder
Wanderungen – können deshalb kurze
Pausen für zusätzliche Zwischenmahlzeiten
erforderlich werden.
Wenn es wegen unvorhersehbarer
Stundenplanänderungen zu nicht geplanter
sportlicher Betätigung kommt,
müssen Schüler oder Schülerinnen mit Diabetes die Gelegenheit zu vorheriger
Nahrungsaufnahme erhalten.
Spitzensportler mit Diabetes in nahezu
allen Disziplinen belegen, dass
bei konsequenter Stoffwechselführung
auch Extremleistungen möglich
sind. Wie weit sich nun diabetische
Schüler oder Schülerinnen an sehr belastenden
sportlichen Aktivitäten –
wie zum Beispiel Langstreckenlauf,
Radtouren oder Skilanglauf über große
Distanz – beteiligen, sollte rechtzeitig
und gegebenenfalls unter Hinzuziehung
des betreuenden Arztes abgestimmt
werden.

 

4. Selbstkontrolle
Um zu überprüfen, ob sich die Blutzuckerwerte
in den angestrebten
Grenzen bewegen, ist eine regelmäßige
Stoffwechselkontrolle durch den
Betroffenen selbst erforderlich. Die
früher übliche Harnzuckerkontrolle
wurde inzwischen durch die Blutzuckerkontrolle
verdrängt. Sie wird in
der Regel von allen Schülern und
Schülerinnen mit Diabetes beherrscht.
Nach einem kaum spürbaren Piks in
eine Fingerbeere (auch Unterarm,
Handballen oder Ohrläppchen sind
möglich) mit Hilfe einer kleinen automatischen
Stechhilfe wird ein Blutstropfen auf einen Teststreifen oder einen
Sensor aufgetragen.
Die Auswertung erfolgt mit Hilfe
kleiner Testgeräte, die die Blutzuckerhöhe
digital anzeigen. Die meisten
Kinder und Jugendlichen bestimmen
viermal täglich ihren Blutzucker. Darüber
hinaus können jedoch weitere
Tests erforderlich werden:
 bei sehr labilem Stoffwechselverlauf,
 zur besseren Vorbereitung auf sportliche
Aktivitäten
 sowie stets auch dann, wenn der Betroffene
nicht sicher ist, ob sich eine
Unterzuckerung anbahnt.
Eine Blutzuckerbestimmung kann
somit auch während des Unterrichts
sinnvoll sein. Sie lässt sich unauffällig
durchführen, dauert einschließlich
aller Vorbereitungen nur etwa eine
Minute und wird kaum zu einer Störung
des Unterrichts führen.
Das Ergebnis der Selbstkontrolle
kann eine sofortige Maßnahme erforderlich
machen – bei zu niedrigen
Werten durch die Aufnahme von
Kohlenhydraten, bei hohen Werten
durch Verschieben, Weglassen oder
Reduzieren einer Mahlzeit. Aber auch
eine zusätzliche Insulininjektion kann
sinnvoll sein.
Alle Testergebnisse werden protokolliert.
Sie sind Grundlage für die
tägliche Stoffwechselführung und die
Betreuung durch den Arzt.

 

Akute Komplikationen

 

1. Hoher Blutzucker
Trotz des gespritzten Insulins kann es
zu einem überhöhten Blutzucker
kommen – zum Beispiel durch Spritzund
Ernährungsfehler, Erkrankungen,
zu wenig Bewegung, aber auch
durch Ärger und Aufregung.
Hoher Blutzucker löst eine Reihe
von Symptomen aus (siehe Kasten
unten), von denen starker Durst und
Azeton in der Ausatemluft geradezu typisch sind. Der Geruch von Azeton
erinnert an Nagellackentferner oder
an überreifes Obst.
Treten mehrere dieser Zeichen gemeinsam
auf, weist das auf eine beginnende
Stoffwechselentgleisung
hin. Wird jetzt nicht eingegriffen,
kann es zu einer Ketoazidose (Stoffwechselentgleisung
mit Übersäuerung
des Blutes) und schließlich zu
einem diabetischen Koma kommen.
Die erste Maßnahme ist die sofortige
Flüssigkeitszufuhr (Mineralwasser).
Das Koma ist ein lebensbedrohlicher
Zustand, es muss auf der Intensivstation
des nächsten Krankenhauses
behandelt werden. Allerdings
wird ein Koma während des Schulbesuchs
wohl so gut wie nie vorkommen,
denn durch regelmäßige
Selbstkontrollen lässt sich eine Entgleisung
rechtzeitig erkennen und
auffangen.

 

2. Niedriger Blutzucker
Wesentlich häufiger als zu hoher Blutzucker
kann eine Unterzuckerung zu
Zwischenfällen führen. Leichtere Formen
können mehrmals pro Woche
auftreten – sie sind auch bei noch so
genauer Einhaltung der Therapieregeln
nicht völlig zu vermeiden. Sie
bleiben aber harmlos, wenn Betroffene
sie rechtzeitig erkennen und sich
selbst helfen können. Die Unterzuckerung
tritt plötzlich auf. Ursachen
können sein:
 fehlende Abstimmung von Insulin,
Nahrung und Sport,
 eine vergessene Mahlzeit, Fehler bei
der Selbstkontrolle,
 Magen-Darm-Infekte.
Abhilfe schaffen schnell ins Blut gehende
Kohlenhydrate. Dabei stehen
Traubenzuckertäfelchen – von denen
jedes diabetische Kind stets einen Vorrat
bei sich tragen sollte –, normale
Cola-/Limo-Getränke (keine Light-Produkte!)
oder Gummibärchen an erster
Stelle. Nicht ganz so schnell wirksam
sind Würfelzucker, Brot oder Obst –
notfalls kann aber hierauf ausgewichen
werden.
Die Kohlenhydratzufuhr muss sofort
bei den ersten Anzeichen einer
Unterzuckerung erfolgen; von allein
wird dieser Zustand nicht besser. Keinesfalls
darf bis zur nächsten Pause gewartet
werden! Bereits bei beginnender
Unterzuckerung muss jede körperliche Tätigkeit unterbrochen werden.
Lehrer sollten wissen, dass
während einer Unterzuckerung vorübergehend
auch die geistige Leistungsfähigkeit
eingeschränkt sein
kann. Nach Kohlenhydratzufuhr wird
sich dieser Zustand innerhalb weniger
Minuten wieder bessern. Auf keinen
Fall darf der Schüler oder die Schülerin
bei einer Unterzuckerung aus der
Klasse oder gar nach Hause geschickt
werden.

 

3. Unterzuckerungsschock
Unterbleibt bei einer Unterzuckerung
die Kohlenhydratzufuhr, kann es zu
Bewusstlosigkeit und Krampfanfällen
kommen. In dieser Situation können
auch Laien durch eine Injektion mit
dem blutzuckeranhebenden Hormon
Glukagon helfen. Hierzu kann der Arzt
ein Spritzenset verschreiben.
Die Anwendung erfordert keinerlei
medizinische Fachkenntnisse und
kann nach Lesen des Beipackzettels durch Eltern, Lehrer oder weitere Betreuer
durchgeführt werden. Ist diese
schnelle Hilfe nicht möglich, muss ein
Arzt oder Notarzt mit der Information
„Unterzucker bei Diabetes!“ gerufen
werden, damit er Traubenzuckerlösung
in die Vene spritzt. Der Betroffene erholt
sich dann in der Regel innerhalb
weniger Stunden und ohne bleibende
Schäden. Eine derartige schwere Unterzuckerung
ist aber so selten, dass die
meisten Kinder sie nie erleben.

Schulausflüge und Klassenfahrten

Als Teilnehmer an Ausflügen und
mehrtägigen Klassenfahrten erfordern
Kinder mit Diabetes etwas mehr Aufmerksamkeit
als ihre gesunden Klassenkameraden.
Insbesondere sollte der
Lehrer darauf achten, dass die jeweiligen
Zeiten für Mahlzeiten und Injektionen
eingehalten werden.
Ungewohnte körperliche Belastungen
wie Wanderungen, Ski- oder Badetage
werden eine Umstellung des
Therapieplans erforderlich machen.
Das Programm sollte deshalb spätestens
am Vortag mit dem diabetischen
Kind und seinen Eltern besprochen
werden, damit sowohl die Insulindosis
als auch die Ernährung auf die körperliche
Belastung abgestimmt werden
können. Dann aber wird ein mit
seiner Stoffwechselkrankheit vertrautes Kind an Ausflügen und Klassenfahrten
genauso selbstverständlich
teilnehmen können wie am Schulsport.
Wenn der Lehrer oder die Lehrerin
außerdem zur Sicherheit noch
eine Packung Traubenzuckertäfelchen
dabeihat, dürfte es eigentlich zu keinen
Schwierigkeiten kommen.

 

Bitte beachten Sie diese Punkte:

1Diabetische Kinder und Jugendliche
sind nicht mehr und nicht weniger
begabt, faul oder fleißig als andere
Schüler auch. Sie erfordern keine Nachsicht,
nur etwas mehr Aufmerksamkeit.
2Jede Sonderstellung sollte vermieden
werden. Sie müssen aber
wissen, dass Unterzuckerungen kurzzeitig
die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
beeinträchtigen und
gleichzeitig eine besondere Reizbarkeit
bewirken können.
3Kommt dies häufiger vor, so stimmt
die Therapie nicht. Informieren Sie
die Eltern oder den behandelnden Arzt.
4Jeder Lehrer sollte darüber informiert
sein, dass es diabetischen Schülern
oder Schülerinnen jederzeit möglich
sein muss, zu essen oder zu trinken, damit
Zwischenfälle gar nicht erst auftreten.
5Manche Kinder benötigen Insulin
vor dem Mittagessen. Bei Ganztagsunterricht
muss dann auch während
des Schulbesuchs gespritzt werden.
6Eine Blutzuckerbestimmung kann
auch während des Schulbesuchs
sinnvoll sein und einer Entgleisung vorbeugen.
Sie sollte deshalb dem betreffenden
Kind gestattet werden.
7Eine Packung Traubenzuckertäfelchen
beim Lehrer, im Klassenzimmer,im
Schulsekretariat,vor allem aber in der Sporthalle – jeweils zusätzlich zu dem mitgeführten
Traubenzuckervorrat des diabetischen
Kindes – erhöht die Sicherheit.
6Mit dem Glukagon-Spritzenset (rezeptpflichtig)
können auch Laien
eine schwere Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit
durchbrechen.Wichtig:
Nach dem Aufwachen Traubenzucker,
Limonade, Cola oder Saft zuführen!

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