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Inhalt | Pädagogisches | verschiedenes | CHARTA DES KINDES

CHARTA DES KINDES

12 grundlegende Vorschläge zur Güte


 1.      Gib die Schläge nicht weiter, die man dir einst verabreicht hat !

Dadurch wird die Bitterkeit gegenüber deinem eigenen harten Kinderschiksal nicht gemildert. Die unbereinigte Auseinandersetzung mit deinen Eltern kannst du nur mit diesen selbst austragen, sicherlich nicht auf der "Erziehungsfläche" (d)eines Kindes.

2.      Schläge sind für beide Teile ungesund

Die g´sunde Watsch´n ist nur einer der unzähligen Erziehungsirrtümer, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Halte deine Hand im Zaum, denn die schlagende Hand richtet mehr Böses an, als die streichelnde wieder gutmachen kann. Verlängere auch niemals dienen strafenden Arm durch ein "Züchtigungswerkzeug". Damit würde deine Erziehung in die Nachbarschaft der Folter geraten.

3.      Verzicht weitgehend auf Strafen aber auch auf Schimpfen, Brüllen und Drohen !

Du erzeugst damit in (d)einem Kind nur trotz, der dich wiederum zu Schimpfen, Brüllen, Drohen und Strafen provoziert. Strafen können mehr schaden als sie nützen.

4.      Vermeide unsinnige Befehle und Verbote,

die du selbst nicht einhalten könntest! Du hast dann viel weniger Anlass (d)ein Kind zu tadeln oder gar zu strafen.

5.      Erziehung ist nicht Dressur!

Wenn du ein Herr(l) sein willst, nimm dir einen Hund, der auf Pfiff und Wort gehorchen lernt. Erziehe (d)ein Kind in der Freiheit seines Willens. Ob es dich liebt oder nicht, hängt weitgehend davon ab, wie sehr du es liebst ohne ihm seine Freiheit zu rauben.

6.      Verwöhne (d)ein Kind schon am Beginn seines Lebens - dann musst du es später nicht so oft tun !

Lasse es viel bei dir sein, trage es als Baby am Körper, streichle es mit deiner Hand und wärme es mit deiner Haut.

7.      Prüfe, ob dein Erziehungsstil nicht eher auf deine eigene Annehmlichkeit abgerichtet ist,als auf das Wohl (d)eines Kindes !

Es ist oft schwer sich von alten überkommenen Vorstellungen zu lösen. Nicht weil etwas schon immer so war, muss es auch richtig sein.

8.      Sei dir selbst gegenüber kritischer als du es gegenüber (deinen) Kindern und deiner  Umwelt bist !

Es ist lohnender sich selbst zu ändern, als andere. Dauerkritik ist unerträglich und machtdas Kind erst trotzig und "schlimm". Hier beginnt das teuflische Ringelspiel von Kritik und Trotz, das nicht zum Stillstand kommt.

9.      Beruhige dich selbst,

wenn du glaubst (d)ein Kind nicht mehr ertragen zu können. Der "Bengel" oder die "Nervensäge" ist nur deswegen so lästig, weil du noch immer nicht erkannt hast, was er oder sie wirklich nötig hat.

10.  Lebe (d)einem Kind vor, was du von ihm verlangst. Lass es so viel wie möglich an deinem Leben teilhaben -  und lass es auch mitreden !

Dein gutes Beispiel regt (d)ein Kind mehr an als alle deine Vorstellungen, Forderungen und Verbote. Nur so lernt es sich im Leben zu behaupten, nämlich an dem Beispiel, dass du ihm gibst. Es gibt nur ein Leben mit dem Kind, weder für oder gegen es, noch über oder neben ihm.

11.  Sieh (d)einem Kind mindestens so viel nach wie dir selbst !

Würdest du selbst für jeden Fehler bestraft, den du begehst, hättest auch du kein schönes     Leben. Zeige (d)einem Kind vielmehr, was und wie man etwas besser machen könnte.  Versuche auch zu ertragen, dass (d)ein Kind versagt und manches vergisst - so wie  übrigens wir Erwachsenen auch.

12.  (Deine) Kinder sollen es ruhig einmal besser haben ,

als du oder es gehabt hast, das Leben ist auch so für sie kein Honigschlecken.

Hans Czermak / Günther Pernhaupt in " Die gesunde Ohrfeige macht krank", Orac Wien 1980

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