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Ein Wahnsinnsjob

2. Ausgabe Juni 2001


EIN WAHNSINNSJOB

 

Eigentlich ein Wahnsinnsjob, oder?

Ich meine es hat doch Etwas, ein gewisses Flair, mit Kinder und Jugendlichen zu arbeiten. Sonst wo, muß man verdammt lange warten, bis sich irgend jemand einmal bequemt einem zu sagen:

,,Das war heute eine gute Arbeit von Dir. Der Erfolg ist uns sicher, denn wir sind ein ganz schönes Stück weiter gekommen..." In manchen Berufen wartet man sein ganzes Leben auf eine Reaktion seiner Handlungen und wenn es die Falsche war stehst du auf der Straße!

 

Bei uns ist das eigentlich an der Tagesordnung, im positiven Sinne.

Du setzt eine Handlung undZwei Komma Drei Zehntelmillisekunden späterhast du bereits dein Feed Back.

Entweder hängen dir die Kinder an den Lippen und lieben dich

oder Apokalypse Now.

 

Wenn das zweite zutrifft reagieren viele in unseren Job mit der alten Nummer, der Mitleidsmasche:

,,Heute waren die Kinder aber wieder schlimm...

"Jetzt reicht's mir, werden mal mit der Frau Mama sprechen!"

,,Jetzt hab' ich dir das schon 1000 mal gesagt, du meldest dich bei der Frau Direktor!"

...und dann folgt eine elendslange Litanei an deutschen Ausdrücken der Passiva, wie furchtbar und schlimm nicht alles wäre und wie ungerecht man hier nicht behandelt werden würde.

 

Wenn dann mit den Kollegen zusammen gesessen wird, können sich manche emotional so richtig gehen lassen, wobei mir immer wieder eines auffällt:

Eigentlich sind ja immer die anderen schuld! Meine Gruppe wäre total harmonisch, doch mit den Bengel... Na und dann kommen vielleicht auch noch Schwierigkeiten mit den lieben Kollegen, einer Lehrerin, dem Herrn Direktor, dem Schulwart, dem Schaffner, mit der Frau am Kiosk und von zu Haus wollen wir eigentlich gar nicht sprechen...

 

Vielleicht sollten wir einmal erkennen, dass viel von dem, wie unsere Meinung über jemanden oder etwas ist, davon abhängt, wie man es in dem Moment wahrgenommen hat!

Wir alle sollten uns überlegen welches Ziel wir vor Augen haben:

Sich andauernd über die Dinge die uns widerfahren zu beklagen oder einfach einmal unsere Wahrnehmung überdenken und jene Aspekte in den Abläufen sehen, die uns helfen einen Schritt in unseren Leben weiter zu kommen.

 

Es geht nämlich nicht nur um dich! Ein jeder von uns hat eine total große Verantwortung! Die Verantwortung für die Denkansicht der nächsten Generation und vom ständigen Jammern und Selbstmitleid und die Schuld für Alles bei den anderen zu suchen wird die eigene Situation 100 Prozent nicht besser, im Gegenteil. Dieses Muster, in dem viele Menschen leben, ist nicht gerade förderlich in Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen, denn die sehen uns als Vorbild an.

 

Eigentlich ein Wahnsinnsjob! Die Möglichkeiten, die uns da geboten werden. Ein tägliches Feed Back vom eigenen Stimmungsbarometer! Der Blick in die Schatzkiste, die viele bereits tief irgendwo vergraben haben. Die Unbeschwertheit, das ehrliche Lachen und die vielen kleinen Tricks, die hier noch durchschaubar sind. Die einfachen und schönen Gespräche und unsere Hand, die viele schützend auffangen kann.

Ein Wahnsinnsjob, wenn man das Potential darin erkennt!

 

ALEX SCHUH

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