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Klaus Werner / Hans Weiss

Schwarzbuch Markenfirmen


 

 

 

 


Figurbewusste aufgepasst!

Das neueste Schlank-Mach-Buch ist auf dem Markt!

Nach dessen Lektüre verliert nicht nur der einge“fleischte“ Fastfood-Fan den Appetit, auch Ernährungsbewussten wird beim Anblick einer Banane, einer Orange oder gar eines harmlosen Schälchens Kakao schlecht ...

... wer Kakao trinkt, trinkt Blut ... jeder 3. Biss in Schokolade hat den Beigeschmack der Sklaverei ...

Aber lassen wir das Essen beiseite. Falls du Autofahrer bist, liegt dir die Frage im Magen, welcher Treibstoff politisch korrekt sein könnte, Esso, Agip, Total ...? Oder vielleicht doch OMV? Ganz schlecht!

Okay, du hast kein Auto! Aber was ist mit deinem Handy?

Das Metall Tantal gehört zu den begehrtesten Rohstoffen und wird vorallem in der Elektronikindustrie eingesetzt. Bei Mobiltelefonen, Pentiumrechnern, Gameboy, Playstation usw. Unter schlimmsten, primitivsten Bedingungen wird es geschürft. Tausende Männer, Frauen und Kinder sterben in den Minen. In einem Teufelskreis  unvorstellbarer Geschäfte wird damit der  Krieg im Kongo finanziert. Führend am Weltmarkt ist eine Tochtergesellschaft der Pharma-Firma Bayer.

Apropos Pharma... vielleicht brauchst du das eine oder andere Medikament? Vergiss es! Von welcher Firma es auch kommt, fast jede hat Dreck am Stecken. Fragwürdige bis lebensbedrohliche Versuche werden an wehrlosen Patienten durchgeführt, oft ohne deren Wissen, gerne in Oststaaten, aber auch bei uns.

Blutverschmierte Diamanten lasse ich unerwähnt. Bei unserer Gage kommen wir ohnehin nicht in Versuchung, so ein Steinchen zu erwerben!

 

Nun im Ernst: Das Buch „Schwarzbuch Markenfirmen  lässt dir zunächst einmal jegliche Lust am Konsum vergehen. Zunächst einmal. Das ist aber wirklich nicht die Absicht von Klaus Werner und Hans Weiss und kann auch nicht die Lösung sein. Die beiden Autoren wollen uns keine Ideologie hineindrücken, sie schildern präzise ihre Recherchen und sehr differenziert deren Ergebnisse und Schlussfolgerungen. Trotzdem hat man das Gefühl einen Krimi zu lesen.

·        Erdölfirmen verwandeln riesige Gebiete Nigerias in Wüsten, verseuchen Trinkwasser, vertreiben brutal Menschen, entziehen ihnen jede Lebensgrundlage und schrecken auch vor Morden nicht zurück.. Sie weigern sich, uralte, kaputte Pipelines zu reparieren, deren austretendes Öl nicht nur die Böden durchtränkt, sondern auch zu Explosionen führt. Proteste der Bevölkerung lassen sie durch Massaker niederschlagen – von der Militärregierung, die sie de facto finanzieren und von ihr profitieren.

·        Weltweit werden mindestens 27 Mill. Menschen als Sklaven gehalten (Dunkelziffer 100).

·        Insgesamt werden 250 Mill.(!) Kinder zwischen 5 und 14 Jahren in Zwangsarbeit gehalten.

·        Die Firma Nike erregte Aufsehen durch Ausbeutung und Misshandlung von Kindern in Asien und Lateinamerika.

·        Schreckliche Zustände herrschen in den chinesischen Herstellerfabriken von Chicco.

·        Die Erzeuger von Barbie, Monopoly, Teletubbies und Pokemon lassen unter menschenrechtsverletzenden Bedingungen in Bangkok produzieren.

·        Ebenso Disney-Company in China und Haiti: 18 Arbeitstunden pro Tag - 7x die Woche, Hungerlöhne, schikanöse Strafen bei lächerlichen „Vergehen“, weder Kranken- noch Sozialversicherung. Bei angekündigten „Kontrollen“ werden die Arbeiter zu falschen Aussagen gezwungen.

·        Bei der Herstellung von Disney Figuren im Auftrag von McDonald’s gab es u.a. Massenvergiftungen mit Aceton (1997 in Vietnam).

·        Babynahrungshersteller, allen voran Nestle, aber auch Hipp und Milupa, machen sich unmoralischer Machenschaften in den Entwicklungsländern schuldig, ständig kommt es zu schweren Verstößen gegen den WHO-Kodex, tausende Kinder sterben an den Folgen der Ernährung mit Trockenmilch.

·        Der Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln (Bayer) führte bei den Arbeitern auf Bananenplantagen, sowie deren Familien zu den schrecklichsten Krankheiten mit Todesfolge.

·        Der Lohn der Orangenpflücker in Brasilien liegt 1/3 unter dem Existenzminimum. Das erzwingt Kinderarbeit, da kein Arbeiter seine Familie ernähren kann. 10-14jährige tragen Säcke mit je 25 kg Orangen, 14 Stunden täglich. Trotz offiziellem Verbot besteht das Problem weiter, als Resultat der niedrigen Löhne.

·        Frisches Obst und Gemüse (Billa) aus der südspanischen Provinz Almeria? Dafür schuften und vegetieren marokkanische Immigranten unter menschenunwürdigen Bedingungen. Es kommt immer wieder zu schweren Vergiftungsfällen durch Düngemittel und Pflanzenschutzgifte.

 

Unsere Verantwortung liegt in der Wahrnehmung unserer enormen Macht als Konsument. Wie wir, jeder einzelne von uns, auf die Konzerne Druck ausüben können, ihre Geschäftspraktiken zu ändern und damit langfristig eine strukturelle Änderung auf mehreren Ebenen herbeizuführen, ist in diesem Buch genau beschrieben. Es enthält sämtliche Daten und E-mail-Adressen der wichtigsten Firmen.

Es geht aber nicht um Boykotte. Konzerne sollen nicht ihre Investitionen aus ärmeren Ländern zurückziehen, sondern 

„ ... es geht darum, dass sie ihre Macht nützen müssen, um jenen, denen sie ihre  Profite verdanken, einen zumindest würdevollen Lebensstandard zu sichern.“ (Seite 38)

„Eine vernünftige Konzernkritik muss jedoch die Tatsache anerkennen, dass das Zerbröckeln nationalstaatlicher Grenzen seit dem Ende des Kalten Krieges und die Beschleunigung der Weltmärkte durch neue Technologien wie das Internet nicht aufzuhalten sind. Die große Herausforderung ist es nun, Wege zu finden, diese Veränderungen als Chance für weltweite Mindeststandards in Bezug auf Freiheit und Wohlstand der Menschen – aller Menschen – zu nutzen.“ (Seite 29)

„Der Konsument ist ein schlafender Riese. Dieses Buch zeigt, wie man ihn aufweckt.“ Meint der Soziologe Ulrich Beck.

„Das Buch wird seine Wirkung nicht verfehlen. Es attackiert die Konzerne an ihrer empfindlichsten Stelle: ihrem Ruf.“ (Der Spiegel)

Man kann es nicht oft genug sagen: schon lange gibt es Studien, dass jeder einzelne Mensch auf der Welt in Wohlstand leben könnte, würde nach fairen und gerechten Richtlinien gehandelt und gewirtschaftet. Selbst wenn dieses Ziel zu hochgegriffen scheint, müsste es wenigstens darum gehen, jedem unter den lokalen Bedingungen ein anständiges Leben zu ermöglichen.

Das geistige Potential für diese logistische Herausforderung ist ja durchaus vorhanden.

 

 

Beate Patry

 

Klaus Werner/Hans Weiss

Schwarzbuch Markenfirmen

Die Machenschaften der Weltkonzerne

Verlag Deuticke, 19,90 Euro

 

TransFair = Organisation, die fair gehandelte Produkte aus Ländern des Südens verkauft

 

Infos auch unter:

www.fairtrade.at

www.markenfirmen.at

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