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Handel: "Meilenstein“ für 404.000 Beschäftigte und 80.000 Betriebe!

Peter Buchmüller: Neuer Handels-KV einfach, transparent und fair - Wolfgang Katzian: Sozialpolitische Vorbildwirkung für andere Branchen


Als "Meilenstein" bezeichneten am Montag, 24.07.2017, Wolfgang Katzian, Vorsitzender der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) und der Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Peter Buchmüller, die nun erreichte Einigung auf ein umfassendes neues Gehaltssystem im Handel.

"Aus Sicht der Sozialpartnerschaft haben wir eine weitreichende Lösung erreicht, die die heimische Handelslandschaft auf völlig neue Beine stellt. Qualität stand bei den Verhandlungen im Vordergrund, sodass nun eine komplett neue Gehaltsordnung für 404.000 Beschäftigte und 80.000 Betriebe vorliegt", so Buchmüller und Katzian unisono.

"Eckpunkte der Verhandlungen sind Vereinfachungen durch künftig eine einheitliche Gehaltstafel und ein einheitliches Gehaltsgebiet für den gesamten Handel", führt Handelschef Peter Buchmüller aus.
"Mit einem höheren Einstiegsgehalt von 1600 Euro lässt der Handel das Image der Niedriglohnbranche endgültig hinter sich und gewinnt durch Anerkennung der Karenzzeiten an Attraktivität. Durch die Deckelung der Vordienstzeiten auf sieben Jahre werden erfahrene Mitarbeiter wieder leistbarer", so Buchmüller.

Die Einigung auf den neuen Kollektivvertrag für den Handel habe jedenfalls eine große sozialpolitische Vorbildwirkung, von der vor allem Frauen profitieren, unterstreicht GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian: "Jede Statistik beweist, dass es leider noch immer fast ausschließlich Frauen sind, die zur Betreuung ihrer Kinder in Karenz gehen. Mit der vollen Anrechnung von zwei Jahren Karenzzeit pro Kind sind wir unserem Ziel des dringend notwendigen Lückenschlusses in der Einkommensschere wieder einen Schritt nähergekommen."

Katzian begrüßt außerdem die Rechtssicherheit, die der neue KV für Angestellte bringt, die mit All-In Vertrag arbeiten: "Für die Betroffenen ist oft nur schwer nachvollziehbar, wie viele Überstunden und Mehrleistungen mit einem All-in Vertrag tatsächlich abgegolten werden. Es besteht auch der weitverbreitete Irrglaube, dass ein All-In Vertrag den Kollektivvertrag oder das Arbeitszeitgesetz außer Kraft setzt.
Umso wichtiger und wertvoller ist die neue Regelung: das kollektivvertragliche Mindestgehalt und eine Überzahlung sind anzuführen und bilden das Grundgehalt, die Entlohnung der Überstunden ist extra anzuführen – diese Transparenz wünschen wir uns für alle Branchen."

Auch Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel, unterstreicht den Aspekt der Rechtssicherheit durch den vorliegenden neuen Handels-KV: "Nunmehr werden die Tätigkeiten in den Beschäftigungsgruppen detailliert beschrieben. Bisher war das nicht der Fall, was oft zu Rechtsstreitigkeiten vor den Gerichten führte. Betriebe haben vier Jahre Zeit, um in den neuen Kollektivvertrag umzusteigen. Für Handelsunternehmen wurde damit bis 2021 ein Übergangszeitraum geschaffen, der so auf die Bedürfnisse der Handelsbetriebe Rücksicht nimmt und diese durch die getroffenen Maßnahmen nicht überfordert."

Im Hinblick auf die nun getroffene Einigung, sieht Thalbauer aber auch gleichzeitig den Startschuss für weitere Gespräche, um in einem nächsten Schritt Verhandlungen zur Vereinfachung der Öffnungszeitenzuschläge erfolgreich zu einem Abschluss zu bringen.

"Mit der fairen Verteilung des Lebenseinkommens und mit der neuen Bewertung von Qualifikationen und Berufsbildern im neuen Kollektivvertrag, haben wir den Bedürfnissen vieler Angestellter Rechnung getragen. Die attraktiven neuen Einstiegsgehälter tragen sicher dazu bei, das Image des Handels zu verbessern.

Dass im neuen Gehaltsschema die facheinschlägige Ausbildung und die Qualifikation honoriert werden, eröffnet vielen Angestellten neue Möglichkeiten und die Chance auf ein höheres Einkommen", kommentiert Franz Georg Brantner, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) das Ergebnis der detailreichen Verhandlungen. Wie Thalbauer sieht auch Brantner weiteren Gesprächsbedarf, insbesondere im Hinblick auf eine Lösung der Erhöhung von Gehaltsüberzahlungen.

"Die nun getroffene Einigung sei jedenfalls ein richtungsweisendes Signal", weil wesentliche und wichtige Fragen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmersicht in einen vernünftigen Kompromiss gegossen wurden. Die angesprochenen Details, die zur Klärung anstehen, werden von den Sozialpartnern in weiteren Gesprächen behandelt.

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