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Datensammler auf der Überholspur

Mit dem "Internet der Dinge" tut sich gerade eine Vision auf, die für Datenschützer ein Albtraum ist


Nicht nur Smartphones und mobile Apps spionieren
Smartphones und mobile Apps gelten momentan als Einfallstor für Daten-sammler, aber immer mehr Firmen bieten – mit Sensoren ausgestattete und dem Internet verbundene – Geräte an, die uns durchleuchten.
E-Book-Reader übertragen Daten zum Leseverhalten an Unternehmen. Vernetzte TV liefern Angaben über angesehene Filme. Mit Fitness-Trackern oder -armbändern (Wearables) überwachen sich Konsumenten im Dienste ihrer Gesundheit nicht nur selbst, sondern liefern auch Facebook-Freunden und Firmen Daten über etwa Puls, Schlaf, Gewicht.

Was Ihre Zahnbürste alles über Sie weiß
Hunderte Angebote zur Vermessung der eigenen Körperfunktionen und zur "Optimierung des Selbst" sind bereits auf dem Markt. Für 2018 werden 80 Millionen verkaufte Geräte und 30 Milliarden Dollar Umsatz in diesem Bereich vorhergesagt.

Biometrische Kopfhörer, T-Shirts und Büstenhalter messen den Puls. Intelligente Zahnbürsten melden Zahnputzaktivitäten via Bluetooth auf das Smartphone. Mit einer App können Putzprogramme eingestellt und das -verhalten ausgewertet werden. Ein US-Forscherteam hat Gesundheits-sensoren entwickelt, die sich wie entfernbare Tattoos auf die Haut drucken lassen. Sie messen Temperatur und ausgeübte Kräfte.

Totale Überwachung der Arbeitnehmer
Entwickler haben auch die Arbeitswelt im Auge. Das US-System Theatro ermöglicht die Ortung von Angestellten und bietet die Auswertung von deren Verhalten, Produktivität und Bewegungsmuster an. Überwachungsboxen im Auto zeichnen rund um die Uhr das Fahrverhalten auf und übertragen etwa Beschleunigungswerte an Versicherungen, die die Höhe der Prämienzahlung von den gemessenen Daten abhängig machen. In Spanien, Großbritannien und den USA ist dieses Prinzip schon etabliert.

Wo bleibt die Privatsphäre?
Die Entwicklung wirft zahllose Fragen in Bezug auf Privatsphäre und Überwachungsgelüste auf. Informationen über das Privatleben können noch intensiver ausgebeutet werden. Falsche Schlussfolgerungen haben negative Auswirkungen auf Einzelne. Sind keine Daten über eine Person vorhanden, schätzen Unternehmen das Risiko für eine Kundenbeziehung unter Umständen als zu hoch ein. Die AK verlangt daher vorsorgliche Risiko-analysen. Aktuell klafft eine Lücke zwischen Datenschutzrecht und Praxis.

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